Reise zum Weltnaturerbe Bissagos-Archipel
SPD-AG 60plus: Filmabend mit Heimaturlauber Hans-Jürgen Moser
21. Februar 2026 – Nahezu vollbesetzt war das Georg-Bickel-Haus zum Filmabend mit Hans-Jürgen Moser, der seinen Heimaturlaub nutzte, um bei der Arbeitsgemeinschaft 60 plus die Besucher mitzunehmen auf einer Reise zu den Bissago-Inseln an der westafrikanischen Küste vor Guinea-Bissau. Unter den Besuchern waren sicherlich auch einige, um Moser, der vor annähernd zwei Jahren seinen Wohnsitz in Marokko nahm, wiederzusehen und so musste er am Ende auch einige Fragen zu seiner neuen Heimat beantworten. Der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft im SPD-Ortsverein, Herbert Bangert, erinnerte in seiner Begrüßung an die Ehrenämter Gemeinderat, SPD-Vorsitzender und stellvertretender 60plus-Sprecher, die Moser, der auch Ehrenvorsitzender des Ortsvereins der Arbeiterwohlfahrt ist, einst in Laudenbach bekleidet hatte. Seit Jahren unternehme er gemeinsam mit seiner Frau Ingrid Schiffsexkursionen abseits der großen Kreuzfahrtlinien und habe darüber auch schon wiederholt bei Veranstaltungen in Laudenbach berichtet. Im vergangenen Jahr sei der Bissagos-Archipel Ziel einer Reise gewesen, der 1996 von der UNESCO zum Biosphärenreservat und im vergangenen Jahr zum Weltnaturerbe ernannt worden sei.
Moser führte aus, dass man die Reise mit 116 Passagieren aus 16 Ländern im senegalesischen Dakar angetreten habe, ehe er auf die Geschichte des Archipels einging, der in der vorkolonialen Zeit eine wichtige Rolle im westafrikanischen Handel gespielt habe. Mit einer starken Marine sei es gelungen, die Portugiesen lange von der Eroberung abzuhalten. Erst 1936 sei der letzte Aufstand der Bijagos niedergeschlagen worden, sodass die Inseln an die Kolonie Portugiesisch-Guinea angegliedert wurden. Nach zwölfjährigem Befreiungskampf, in dem die portugiesische Armee auch Napalm eingesetzt habe, sei das Archipel zusammen mit Portugiesisch-Guinea zum unabhängigen Guinea-Bissau geworden, wobei sich die Inseln ein beachtliches Maß an Autonomie bewahren konnten.
Die Inselgruppe bestehe aus 88 Inseln, von denen nur 23 bewohnt seien. Sie sei ein einzigartiges Naturwunder mit einem Labyrinth aus Sandbänken, Savanne, Palmwäldern und Mangrovensümpfen. Inmitten einer weitgehend intakten Flora seien die Inseln nicht nur Heimat von Flusspferden, sondern auch Brutplatz für Schildkröten und mehr als 200 Vogelarten. Die Inseln seien vom Tourismus weitgehend unberührt und die Bewohner zeichneten sich neben großer Gastfreundschaft und unbändiger Lebensfreude durch eine besondere Beziehung zur Natur aus. Die Dörfer lägen allesamt im Inselinneren und seien nur durch längere Fußmärsche erreichbar. Dort finde man neben den bescheidenen Hütten kleinere Obst- und Gemüsegärten und frei umherlaufende Schweine, Kühe, Ziegen und Hühner, die im Eigentum der Dorfgemeinschaft seien. Die Bewohner glaubten an viele Geister und pflegten Rituale, die erst mit dem 50. Lebensjahr endeten, wobei die durchschnittliche Lebenserwartung bei 54 bis 55 Jahren liege. Die Kinder gingen in die jeweilige Dorfschule, müssten zum Besuch von weiterführenden Schulen dann größere Inseln aufsuchen. Die Frauen spielten im sozialen Leben eine bedeutende Rolle. Moser beleuchtete auch den atlantischen Sklavenhandel, ehe er den Antrieb für solche Reisen beschrieb. Es sei etwas Abenteuerlust und das Interesse, fremde Kulturen, Sitten, Religionen und Gebräuche kennenzulernen und Menschen anderer Kulturkreise zu verstehen und Respekt zu erweisen.
In einem 45-minütigen Film wurde die ganze Schönheit des Archipels deutlich, dass insbesondere auch ein Paradies für Ornithologen ist. Die Bräuche und Rituale der Bewohner, die allesamt Selbstversorger seien, nahmen breiten Raum ein und bei den Tänzen zu besonderen Trommelrhythmen wurde die geschilderte Lebensfreude erlebbar.




