Bürgermeister Benjamin Köpfle bei SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus
„Wir bekommen wieder eine Bergstraßenhalle“
29. Juni 2026 – Ein voll besetzter Saal im Georg-Bickel-Haus erwartete Bürgermeister Benjamin Köpfle bei seinem traditionellen Jahresgespräch bei der Arbeitsgemeinschaft 60plus im SPD-Ortsverein. Deren Sprecher Herbert Bangert freute sich über die hervorragende Resonanz und führte einleitend aus, dass man Köpfle gebeten habe, jene Themen, die Gemeinderat und Verwaltung in den letzten zwölf Monaten beschäftigt hätten und die aktuell und in naher Zukunft auf der kommunalpolitischen Agenda stünden, zu behandeln und hielt Ausblick auf das kommende Jahr, wenn in Laudenbach wieder Bürgermeisterwahlen anstünden. Dann werde man beim Jahresgespräch sicherlich eine Gesamtbilanz einer überaus erfolgreichen Amtszeit ziehen. „Wir werden alles daransetzen, dass Benjamin Köpfle in seine zweite Amtszeit gehen kann“, so Bangert, wobei diese dann hoffentlich mit besseren Rahmenbedingungen beginne.
Köpfle nahm diese Bemerkung auf und erinnerte, dass wenige Tage nach seinem Amtsantritt die Corona-Pandemie kam und die Amtszeit weiter von Flüchtlings-, Energie- und Wirtschaftskrise begleitet wurde. Derzeit seien die Kommunen in der schlechtesten Finanzlage in der Geschichte der Bundesrepublik und just in dieser Zeit stehe die Bergstraßenhalle in Flammen. Gemeinsam mit den betroffenen Vereinen habe man sich bemüht, Ersatzstätten für Training und Spielbetrieb zu finden und er sei der Turngemeinde sehr dankbar, dass diese in ihrer Halle Kapazitäten geschaffen habe. „Morgen haben wir einen wichtigen Erörterungstermin mit der Versicherung, in dem die vorliegenden Gutachten auf der Tagesordnung stehen.“ kündigte Köpfle an. Für ihn stehe fest, dass man wieder eine Bergstraßenhalle bekommen werde. Sie sei als Heimat der Sportvereine, aber auch für die großen kulturellen Veranstaltungen unverzichtbar. Ob für Neu- oder Wiederaufbau – es gelte, den zugesagten Bundeszuschuss von sechs Millionen Euro zu nutzen, der bis Ende 2029 abgerufen sein müsse, sodass man unter großem Termindruck stehe, so Köpfle.
Kleine neue Mitte
Köpfle erinnerte an den Kauf des Netto-Marktes vor rund einem Jahr nach schwierigsten Verhandlungen und die in der Folge geführten Gespräche mit den Lebensmittelkonzernen und Betreibern inklusive Märkte, Ziel sei es immer gewesen, ein Lebensmittelangebot an diesem zentralen Ort zu erhalten. Nachdem ein großer Lebensmittelmarkt durch die veränderten Strategien und das ebenfalls veränderte Kundenverhalten nicht realisierbar gewesen sei, habe man ein Konzept für eine attraktive Mischnutzung erstellt, das aber auch einen Lebensmittelmarkt als „Tante-M-Angebot“ und eine Bäckereifiliale vorsehe. Weiter könne man jetzt Lösungen für eine hausärztliche Versorgung und im Pflegebereich anbieten. Neben einer Hausarztpraxis soll hier eine Pflege-Tageseinrichtung mit zehn Plätzen entstehen. Man erhoffe sich eine massive Belebung des Standorts, der durch einen örtlichen Investor verwirklicht werde, kündigte Köpfle an. Er hoffe, dass der Umbau Mitte des kommenden Jahres abgeschlossen sei.
Weitere Ausführungen galten dem Neubaugebiet Kisselfließ 2, wo seit Anfang des Jahres eine rege Bautätigkeit zu verzeichnen sei und der Fotovoltaik-Freiflächenanlage, die Ende September eingeweiht werden solle und die größte derartige Anlage an der Bergstraße sei, wobei man Grundschule und kommunalen Kindergarten bereits mit Solaranlagen versorgt habe. Ohnehin investiere die Gemeinde erheblich in die frühkindliche Bildung. Der Waldkindergarten habe einen zweiten Bauwagen erhalten und in den drei Kindergärten seien erhebliche Sanierungsarbeiten vorgesehen. Diese seien beim Umkleidegebäude auf dem Sportplatz in vollem Gang und im Zeitplan. Leider habe man durch den Brand der Bergstraßenhalle hier eine Containerlandschaft schaffen müssen, um Umkleide- und Duschmöglichkeiten anbieten zu können, Ende des Jahres soll die Maßnahme planmäßig beendet sein. Ebenfalls planmäßig verliefen die Arbeiten im Feuerwehrhaus, wo rund eine Million Euro eingesetzt würden, um zeitgemäße Rahmenbedingungen für die Einsatzkräfte zu schaffen, wobei es in diesem Zusammenhang auch gelungen sei, dem örtlichen Roten Kreuz im Gewerbegebiet ein neues Quartier anzubieten, das großzügigere und zeitgemäßere räumliche Voraussetzungen biete.
Dauerbrenner Bildungszentrum
Seit über zehn Jahren wisse man, dass das Gebäude mit Realschule und Gymnasium nicht sanierungsfähig sei, führte Köpfle aus. Überlegungen, auf den Erlenwiesen neu zu bauen hätten sich aus finanziellen Gründen zerschlagen. Jetzt habe man die Alternative verfolgt, auf dem Schillerschulgelände ein Gymnasium neu zu bauen und die bestehende Gemeinschaftsschule zu sanieren. Dies habe zur Folge, dass das Realschulangebot auslaufe und die Schüler dann eine Realschule in Weinheim besuchen könnten. Eine Alternative mit Realschule sei trotz verbesserter Schulbauförderung des Landes nicht finanzierbar. Dies führe in die Handlungsunfähigkeit der Gemeinde, die als Folge sämtliche freiwilligen Leistungen streichen und Steuern und Gebühren erhöhen müsse. Nach erfolgreichem Bürgerbegehen könne die Bürgerschaft voraussichtlich Ende September bei einem Bürgerentscheid darüber abstimmen, wobei zuvor noch umfassend über die jeweiligen Konsequenzen informiert werde.




