SPD-AG 60plus: Filmabend erinnert an die Maueröffnung am 9.11.1989
Dramatik und Glückseligkeit am Grenzübergang
28. November 2025 – Der 35. Jahrestag der Deutschen Einheit bildete den historischen Hintergrund für den diesjährigen Filmabend der Arbeitsgemeinschaft 60plus im SPD-Ortsverein im Saal des Georg-Bickel-Hauses. Mit „Bornholmer Straße“ hatte man eine Tragikomödie ausgewählt, die die letzten Stunden vor der Öffnung der Berliner Mauer am 9. November 1989 aus Sicht des Grenzkommandanten nachempfindet, wobei das Drehbuch weitestgehend den tatsächlichen Ereignissen folgt.
AG-Sprecher Herbert Bangert führte in seiner Begrüßung aus, dass der Tag des Mauerfalls ein Wendepunkt in der deutschen Geschichte markiere. Nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs sei Deutschland geteilt worden und nach dem Bau der Mauer am 13. August 1961 sei es nach 28 Jahren gelungen, diese zu Fall zu bringen. Die seinerzeitige massenhafte Sehnsucht nach Gerechtigkeit, Freiheit, Demokratie und Frieden, die Demonstrationen, die zu einer Volksbewegung wurden und Löcher in die Mauer rissen, hätten ihn damals und bis heute tief beeindruckt. In bleibender Erinnerung sei der Satz von Altkanzler Willy Brandt am Tag nach dem Mauerfall „Jetzt sind wir in einer Situation, in der wieder zusammenwächst, was zusammengehört“. In der Rückschau lasse sich festhalten, dass der Mauerfall 1989 in der Folge am 3. Oktober 1990 die Einheit in Freiheit und die Freiheit in Einheit brachte. Bangert erinnerte auch an den Einsatz seines Ortsvereins bei den Parteifreunden im thüringischen Straußfurt, die man 1990 beim Aufbau der Strukturen zur Verwirklichung der kommunalen Selbstverwaltung unterstützte. Zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit vor fünf Jahren habe man Straußfurt erneut besucht.
Der Film mit Charly Hübner in der Hauptrolle spiegelte gleichermaßen die dramatische Situation der Grenzsoldaten aufgrund einer unzureichenden Befehlslage wie die Glückseligkeit der vielen DDR-Bürger, die schließlich die Grenze übertreten konnten, wider. Bei einem zunächst gewöhnlichen Nachtdienst sorgte eine Grenzverletzung durch einen Hund, der damit kompliziertes Verwaltungshandeln auslöste, für den scheinbaren Höhepunkt. Nach der im DDR-Fernsehen live übertragenen Pressekonferenz, in der Günter Schabowski mitteilte, dass es ab sofort („unverzüglich“) möglich sei, aus der DDR auszureisen, versammelten sich immer mehr DDR-Bürger vor dem Schlagbaum des Grenzüberganges mit dem fordernden Ruf „macht das Tor auf“. Die Bemühungen des Kommandanten um klare Anweisungen waren erfolglos, sodass er zum eigenständigen Handeln gezwungen wurde. Er verhinderte den Waffeneinsatz seiner Grenzer, die die „Grenze als ihr Leben“ betrachteten und nach einer verordneten „Ventillösung“ mit dem genehmigten Übertritt der lautesten Protestler entschied der Kommandant schließlich, den Schlagbaum zu öffnen und alle durchzulassen, womit er Geschichte schrieb.




