SPD-Ortsverein: Harmonische Jahreshauptversammlung wählt neuen Vorstand
Ulrike Schweizer künftig in doppelter Führungsfunktion
12. Juni 2026 –
Die Fraktionssprecherin im Gemeinderat, Ulrike Schweizer, wird künftig gemeinsam mit Yvonne Weiß als Co-Vorsitzende auch erweiterte Verantwortung im SPD-Ortsverein übernehmen. In der gut besuchten Jahreshauptversammlung im Georg-Bickel-Haus wurde sie einstimmig als Nachfolgerin des nach Husum verzogenen Sven Olthoff gewählt. Auch alle weiteren Vorstandspositionen wurden unter der souveränen Leitung von Bürgermeister Benjamin Köpfle einstimmig oder mit großer Mehrheit besetzt. Die Versammlung wurde bestimmt von den Berichten und den Neuwahlen und zeichnete sich in diesen für die Partei nicht einfachen Zeiten durch Harmonie und Zusammengehörigkeitsgefühl aus. Nach der Begrüßung durch Yvonne Weiß und einem ehrenden Gedenken an die verstorbenen Mitglieder Giselher Stockmann und Emanuel Enßlen erinnerte Weiß in ihrem Tätigkeitsbericht an das Stadtradeln, in das man gemeinsam mit den Heppenheimer Genossen die abgerissene Brücke am Erbachwiesenweg anfuhr und deren Wiederherstellung forderte, die Jahresabschlussfeier mit Ehrungen, einen Glühweinumtrunk mit Sebastian Cuny, den Landtagswahlkampf, die Kulturveranstaltung zum internationalen Frauentag und die Totenehrung anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Ortsvereins. Sie erinnerte weiter an eine Vorstandsklausur und eine außerordentliche Mitgliederversammlung und bedauerte das enttäuschende Ergebnis bei der Landtagswahl, bei der man nicht zuletzt durch das Ergebnis im Rhein-Neckar-Kreis zumindest die 5%-Hürde genommen habe. Sie bedauerte sehr, dass Sebastian Cuny den Wiedereinzug in den Landtag verpasste und man damit wie im Bund nicht mehr durch einen Wahlkreisabgeordneten vertreten sei. Abschließend verabschiedete sie Vanessa Bausch, Nicole Carucci und Csaba Kristof aus dem Vorstand und dankte ihnen mit einem Präsent.
Große Themen Bergstraßenhalle und BIZ
Fraktionssprecherin Ulrike Schweizer erinnerte an die Haushaltsberatungen. Bei einem Gesamtvolumen von rund 19 Mio. Euro weise er ein Minus von 311.000 Euro aus und sehe Investitionen von 7,2 Mio. Euro u. a. für die Sanierungen der Bergstraßenhalle, des Umkleidegebäudes auf dem Sportplatz, des Feuerwehrhauses und der Kita „Miteinander“ vor. Durch Zuschüsse in Höhe von 3 Mio. Euro betrage der Eigenanteil der Gemeinde 4,2 Mio. Euro. Sie freute sich, dass es gelungen sei, die hausärztliche Versorgung in der Gemeinde sicherzustellen und ein tragfähiges Konzept für den ehemaligen „Netto-Markt“ am Südring, wo eine „neue Mitte“ entstehen solle, erstellt werden konnte. Auch die Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage westlich der A 5 sah sie als besonderen Erfolg. Sie ging ausführlich auf das Thema „Neubau des Bildungszentrums“ ein, erinnerte an Gemeinderatsklausur und öffentliche Informationsveranstaltung und informierte, dass sich die SPD-Fraktion trotz der besonderen Wertschätzung der Carl-Engler-Realschule entschlossen habe, sich mehrheitlich zum neuen Schulstandort „Schillerschule“ zu positionieren. Dies basiere auf den finanziellen Zwängen und der Sorge, dass die aktuell guten Förderbedingungen verloren gingen. Eine andere Entscheidung münde voraussichtlich in die Handlungsunfähigkeit der Gemeinde, die Streichung sämtlicher freiwilliger Leistungen und schmerzliche Steuer- und Gebührenerhöhungen. Die vorgesehene Anpassung der Kindergartengebühren trage man mit, kritisiere aber, dass auch die neue Landesregierung offensichtlich nicht vorgesehen habe, die gesamte frühkindliche Bildung kostenfrei anzubieten. Es bestehe nur eine Absichtserklärung, das letzte Kindergartenjahr kostenfrei zu stellen. Ein besonderes Anliegen der Fraktion bleibe die Schaffung alternativer Wohnformen im Baugebiet Kisselfließ 2. Als große Zukunftsaufgaben sah Schweizer die Konsolidierung der Gemeindefinanzen, die Wiederherstellung bzw. den Neubau der Bergstraßenhalle und das weitere Vorgehen beim Neubau des Bildungszentrums. Sie forderte auf, sich in die Diskussionen einzubringen, da es weit besser sei „miteinander als übereinander“ zu sprechen.
Kassierer Csaba Kristof konnte in seinem 12. und damit letzten Tätigkeitsbericht von soliden Finanzen berichten, wenngleich in diesem Jahr durch das ausgefallene Mai-Grillfest die Haupteinnahmequelle entfallen sei. Er bat um Verständnis, dass er durch die Beanspruchung durch seine Ämter als Gemeinderat und Vorsitzender der örtlichen Arbeiterwohlfahrt das Amt leider abgeben müsse. Der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft 60plus, Herbert Bangert, erinnerte an sämtlich Monattreffen und sah die Gruppe als lebendigen politischen Teil im Ortsverein. Er ging auf das diesjährige Ortsvereinsjubiläum ein und kündigte für den Sonntag, 25. Oktober eine Jubiläumsmatinée mit dem Schirmherrn, dem Bundestagsabgeordneten Lars Castellucci, dem Bürgermeister und Liedermacher Uli Valnion an. Er blickte auch auf das kommende Jahr, wenn man alles daransetzen müsse, dass bei der Bürgermeisterwahl Benjamin Köpfle seine erfolgreiche Arbeit fortsetzen könne. Persönlich kündigte er an, dass er nach 50 Jahren Ortsvereinsarbeit in den unterschiedlichsten Funktionen jetzt in seine letzte Periode gehen werde.
Anerkennung und Dank des Bürgermeisters
Benjamin Köpfle zeigte sich beeindruckt von den Tätigkeitsberichten und dankte allen, die sich in die örtliche Parteiarbeit einbringen. Wenn man teilweise auch von der „großen Politik“ enttäuscht sei, so baue das Miteinander in der SPD vor Ort immer wieder auf und gemeinsam sei es gelungen, viele „gute Dinge“ in der Gemeinde anzugehen. Als Stichworte nannte er die „neue Mitte“, die Sanierung von Feuerwehrhaus und Umkleidegebäude, die Errichtung der Photovoltaikanlage und er sei sich sicher, dass auch das Projekt „Bergstraßenhalle“ gelingen werde. Er bekräftigte, eine zweite Amtsperiode anzustreben und damit weiter Verantwortung zu tragen und es sei das zentrale Anliegen, dass die Bürgerschaft merke, dass in der Gemeinde die Probleme gelöst würden. Dies sei auch das beste Rezept gegen den leider erstarkenden Rechtsextremismus. Er appellierte zum Mitmachen als Mitglied, Helfer und Akteur bei einzelnen Themen, damit weiter Gutes bewirkt werden könne und es im Ort weiter vorangehe. Peter Leitwein bescheinigte Kristof eine vorbildliche Kassenführung und dem Vorstand eine planmäßige Erledigung seiner Aufgaben und auf seinen Antrag wurde einstimmig entlastet.
Neuwahlen
Benjamin Köpfle übernahm mit Nicole Carucci die Wahlleitung. In geheimen Wahlen wurden gewählt: Yvonne Weiß und Ulrike Schweizer als Vorsitzende, Herbert Bangert und Bernd Hauptfleisch als Stellvertreter, Thomas Bangert als Kassierer, Uli Wagner als Schriftführerin und Thorsten Bangert und Bastian Midzic als Beisitzer. Als Kassenrevisoren fungieren Peter Leitwein und Csaba Kristof. Herbert Bangert und Ingrid Thiem wurden als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft 60plus bestätigt und als Kreisdelegierte wurden Yvonne Weiß, Ulrike Schweizer, Peter Leitwein und Thorsten Bangert, als Ersatzdelegierte Bernd Hauptfleisch und Bastian Midzic gewählt. Vor der Ankündigung der Termine gab Uli Wagner einen Überblick über die benötigten Personalressourcen bei der Frauentagsveranstaltung und insbesondere beim Maigrillfest, wo man zur Besetzung der Schichten insgesamt 48 Helfer benötige. Sie rief auf, diese Veranstaltungen, an denen man festhalten wolle, dringend noch besser zu unterstützen. Als Termine wurde neben der Jubiläumsveranstaltung der Jahresabschluss am 20.November beim „Kaiserwirt“ bekanntgegeben und schließlich stellte die neue Co-Vorsitzende Ulrike Schweizer in ihrem Schlusswort fest, dass es gelungen sei, ein Vorstandsgremium zu wählen, dessen Zusammensetzung Stabilität, Kontinuität und Zuversicht verspreche. Aber „der Ortsverein – das sind wir alle und deshalb, unterstützt uns nach Kräften auch weiterhin“, bat Schweizer.




