Jakob Halblaub
Vorsitzender, damals noch Vertrauensmann genannt

3. Oktober 2026 – Der SPD-Ortsverein wird in diesem Jahr stolze 125 Jahre alt und ist damit mit weitem Abstand die älteste politische Organisation am Ort. Seine Geschichte spiegelt in besonderer Weise die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen nicht nur in der Gemeinde, sondern auch in Bund und Land wider. Die Verantwortlichen haben sich zu allen Zeiten zu ihrer Verantwortung bekannt und haben stets – auch in dunkelsten Zeiten deutscher Geschichte – ihren aufrechten Gang bewahrt. Die SPD Laudenbach hat in den 125 Jahren ihres Bestehens ihre politische Arbeit zu allen Zeiten in Achtung vor der Vergangenheit, im Bewusstsein für die großen Aufgaben der Gegenwart und in Verantwortung für die Gestaltung der Zukunft geleistet. Aufschluss darüber geben die Aufzeichnungen in den seit 1914 vorhandenen Aufzeichnungen in den Protokollbüchern.
Dass die Genossen ihr Gründungsjahr kennen, verdanken sie Edgar Giegrich, dem jüngeren Bruder des früheren Schriftführers Valentin Giegrich. Dieser hatte 1988 bei der Feier des 125-jährigen Parteijubiläums gelesen, dass dem Ortsverein alle Unterlagen vor dem Zweiten Weltkrieg fehlten und daraufhin im Nachlass seines vermissten Bruders das Protokollbuch der Jahre 1914 bis 1933 gefunden, in dem mehrfach von den Vorbereitungen des 25-jährigen Bestehens 1926 berichtet wird. Ein weiterer Beleg findet sich im Gemeinderatsprotokoll vom 7. Mai 1926, in dem ausgeführt wird, dass sich der Gemeinderat am Festzug der Sozialdemokratischen Partei am 9. Mai 1926 beteiligt. Als einziges Gründungsmitglied ist Xaver Reithmeier bekannt, der 1955 in einem Protokoll als Gründungsmitglied begrüßt wurde.
Aktivitäten der Arbeiterbewegung gab es aber deutlich vor der Ortsvereinsgründung bereits im 19. Jahrhundert. Der verstorbene Heimatforscher Hans Frieß, auch Verfasser des „Laudenbacher Geschichts- und Heimatbuchs“, hat auf Bitten des Ortsvereins, als man noch dem Gründungsjahr nachspürte, in den 80er Jahren einige Dokumente im Generallandesarchiv ausfindig gemacht, die dies zweifelsfrei belegen. So fanden selbst zu Zeiten der Sozialistengesetze Versammlungen in Laudenbach statt. Bei den Dokumenten handelt es sich im Wesentlichen um Meldungen der Gendarmerien an die Obrigkeit.
Erstes Protokoll aus dem Jahr 1914
Die erste Protokollniederschrift aus dem Jahr 1914, als der Ortsverein 44 Mitglieder zählte, stellte die seinerzeit Verantwortung tragenden Männer vor: als Vertrauensmann wirkte Jakob Halblaub, als Kassierer Philipp Preßler, als Schriftführer Jakob Heilmann. Während des Ersten Weltkriegs fanden nur sporadisch Zusammenkünfte statt. Erst am 5. Januar 1919 wurde das Parteileben am Ort wieder aufgenommen. 1926 wurde dann das 25-jährige Stiftungsfest gefeiert und dies sollte in Unkenntnis des Gründungsjahrs bis zum 90. Geburtstag das einzige gefeierte Jubiläum bleiben. Die folgenden Jahre waren in besonderer Weise geprägt von den Auseinandersetzungen mit den Kommunisten und dem aufkeimenden Faschismus, wobei es die Nationalsozialisten auch am Ort verstanden, die SPD in die Isolation zu treiben. Mitglieder waren erheblichen Risiken, ganz besonders Arbeitsplatzverlusten ausgesetzt. Bei der Reichstagswahl am 5.3.33, der letzten Wahl bis zur Gründung der Bundesrepublik, kam die NSDAP im Ort auf 547 Stimmen. Die SPD konnte mit 294 Stimmen ihr bisheriges Potenzial ausschöpfen, so dass erkennbar wird, dass die Zugewinne der NSDAP im Wesentlichen aus den Verlusten der bürgerlichen Parteien herrühren. Am 19. Mai 1933 schrieb dann Valentin Giegrich in das Protokollbuch:“ Heute Abend wurde laut Beschluss der noch vorhandenen Genossen die Ortsgruppe der SPD aufgelöst. Hitler hat das Vermögen der Partei beschlagnahmt, es kann kein Beitrag mehr bezahlt werden. Wird die SPD nochmals auferstehen?“. Giegrich hat in den Folgejahren Widerstand geleistet und die „Sozialistische Aktion“ an der Bergstraße verteilt. Für diese Aktivitäten wurde er zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt.
Wiedergründung des Ortsvereins 1946
Ein Jahr nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs wurde die SPD 1946 unter anderem von Stefan Leitwein, Ernst Bausch, Georg Beck, Adam Fritz, Adam Thron und Heinrich Luber wieder gegründet, wobei das Gründungsprotokoll aus dem Protokollbuch herausgetrennt wurde. Es kann vermutet werden, dass man sich in dieser Sitzung auch mit einigen Mitbürgern auseinandersetzte, die in besonderer Weise die Nazizeit in Laudenbach geprägt hatten. 1948 wurde Adam Thron zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister gewählt, der in seiner zwölfjährigen Amtszeit wichtige Weichenstellungen für Gemeinde und Bürgerschaft herbeiführte, wobei er einer klaren CDU-Mehrheit im Gemeinderat gegenüberstand. 1960 unterstützte die SPD bei der Bürgermeisterwahl den damaligen Ratschreiber Hermann Spengler und 1968 konnte mit Fritz Kaiser nach Adam Thron erneut ein Sozialdemokrat die Amtsgeschäfte übernehmen. Gleichzeitig gelang erstmals der Gleichstand der Sitze im Gemeinderat. In der 28-jährigen Amtszeit Kaisers wurde die Gemeinde mit vielen Investitionen in eine zukunftsfähige Infrastruktur neu ausgerichtet und seinerzeit wurden die Grundlagen für jene attraktive Wohngemeinde gelegt, die bis heute viele Menschen anzieht.
SPD als fester Bestandteil im Ortsgeschehen
Neben der gemeinderätlich bestimmten Kommunalpolitik gelang es dem Ortsverein, mit zahlreichen Aktivitäten seine Bedeutung am Ort zu festigen. Anfang der 90er Jahre erlebte die SPD einen deutlichen Mitgliederaufschwung, auch bedingt durch die hervorragende Arbeit der bereits 1975 gegründeten Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen und insbesondere die jährlichen Reisen des Ortsvereins in nahezu alle Länder Europas, die sich großer Beliebtheit weit über die Mitgliedschaft hinaus erfreuten. Unvergessen sind bis heute bei vielen Teilnehmenden u. a. die große Reise nach Polen und Russland 1989 wenige Wochen vor dem Mauerfall und die Reise nach Rom 1991, als man im Rahmen des 90-jährigen Jubiläums Italiens Hauptstadt mit dem Vatikan ansteuerte und im Rahmen einer Audienz von Papst Johannes Paul II. im Petersdom persönlich begrüßt wurde. 1993 nahm der Ortsverein mit einer Ausstellung am Bundesparteitag in Wiesbaden teil und erfuhr dort große Anerkennung. Nahezu die gesamte Parteiführung fand sich am Stand ein, der die damals erst acht Jahre währenden Reiseaktivitäten des Ortsvereins darstellte. Hans-Jochen Vogel hat den Ortsverein in seiner Schlussansprache mit einem besonderen Lob bedacht.
Die zweite Hälfte der 90er Jahre war geprägt von Kontinuität. Mit Blick auf die Wahlen – sieht man vom Sieg bei den Bundestagswahlen 1998 ab – war sie aber weniger erfolgreich. 1995 unterlag man bei der Bürgermeisterwahl. 1999 gab es bei den Gemeinderatswahlen einen Einbruch. Die CDU verfügte fortan bis 2019 stets über eine solide Mehrheit. Die Ortsvereinsgeschichte bis 2000 ist nachlesbar in der von Herbert Bangert verfassten und von Gerd Dember gestalteten Chronik, die zum 100-jährigen Bestehen 2001 herausgegeben wurde und weithin bis zur Parteizentrale in Berlin große Beachtung fand. 2021 wurde die Chronik fortgeschrieben.
Besuch des Parteivorsitzenden
Die letzten 25 Jahre seit der Jahrtausendwende waren geprägt von der Fortsetzung des funktionierenden Parteilebens, aber auch von notwendigem Wandel und Anpassungen und insbesondere auch der Pflege von Geschichtsbewusstsein und damit Erinnerungskultur durch zahlreiche Veranstaltungen zu historischen Jahrestagen. So feierte der Ortsverein 2001 nach sehr intensiver Vorbereitung selbstbewusst mit zahlreichen Veranstaltungen sein 100-jähriges Bestehen. Die Ortsvereinsreise führte in die Bundeshauptstadt, wo man am Reichstag dem Schirmherrn des Jubiläums, dem damaligen SPD-Generalsekretär Franz Müntefering begegnete, der im September infolge der Terroranschläge in New York seine Zusage nicht einhalten konnte, zum vorgesehenen Jubiläumsabend zu kommen, so dass man diesen kurzfristig absagen musste. Er hielt aber Wort, seinen Besuch nachzuholen und sorgte damit für den Höhepunkt der Geschichte des Ortsvereins, als er am 8. Mai 2004, zwischenzeitlich zum Parteivorsitzenden gewählt, Laudenbach besuchte. Zunächst trug er sich im Rathaus in das „goldene Buch“ der Gemeinde ein und von dort ging es zu Fuß in das proppenvolle evangelische Gemeindezentrum. Vor 250 Besuchern sprach er hier zur „Neuen Stärke für Deutschland“ und warb für notwendige Reformvorhaben. Der Aufenthalt in Laudenbach hat ihn so begeistert, dass er nach Schilderung der Landesvorsitzenden Ute Vogt in einer Sitzung der Landes- und Bezirksvorsitzenden der Partei von seinem Gastspiel schwärmte, was Vogt veranlasste, sich zu bedanken, dass der Ortsverein Laudenbach ein so positives Bild mit nach Berlin gegeben habe.
Zum 110. Geburtstag im Jahr 2011 erschien eine Sonderausgabe der Ortsvereinszeitung „Laudenbach heute und morgen“ mit einem Fotorückblick der letzten zehn Jahre und im November hatte man in einer hervorragend besuchten Jubiläumsveranstaltung den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Gernot Erler, als Festredner zu Gast. Als die Partei 2013 ihr 150-jähriges Jubiläum feierte, besuchte man die Landesausstellung zur Geschichte der Arbeiterbewegung „Durch Nacht zum Licht“ im Mannheimer Technoseum, lud zu einem Film über die SPD-Geschichte „Wenn Du was verändern willst“ ein, beleuchtete die Ortsvereinsgeschichte anhand der Protokolle 1914 bis 1933 und die AsF erinnerte an 50 Jahr Elysée-Vertrag und damit die deutsch-französische Freundschaft mit dem Theaterstück des Chawweruschtheaters , das wiederholt beim Ortsverein gastierte, „Eine Nacht im August“. An den offiziellen Feierlichkeiten am Brandenburger Tor in Berlin war der Ortsverein mit Ulrike Schweizer und Herbert Bangert vertreten.
Pflege der Erinnerungskultur und Einsatz gegen Rechts
Die Geschichte beleuchtet wurde u. a. mit einer Zeitzeugenrunde zum Ende des Zweiten Weltkriegs 60 Jahre zuvor 2005 und zum Auftakt der Veranstaltungsreihe gegen Rechts 2006, als Zeitzeugen erinnerten, wie man Hitlers Weg an die Macht erlebte. Im Rahmen dieser Reihe wurde von den Jusos ein Konzert gegen Rechts durchgeführt und als der Bundestagsabgeordnete Martin Gerster mit anderen zum Thema „Der Fremdenhass muss aufhören“ referierte, machten rund 30 junge Rechte der Veranstaltung ihre Aufwartung. Nach einigen Störungen wurden sie des Saales verwiesen und von der alarmierten Polizei in Empfang genommen. 2017 nahm man erneut die Gefahren von Rechts in den Fokus und spürte mit den Referenten Lars Castellucci (MdB) und Mathias Kohler von der Initiative „Mannheim gegen rechts“ der Frage nach „Was tun gegen rechten Populismus?“. 2019 befasste man sich mit der Sprache der Rechten. „Wölfe im Schafspelz“ war das Referat der Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Heidrun Kämper überschrieben. Als man 2005 eine Veranstaltung zum Thema „60 Jahre Frieden in Europa mit einer Festrede des ehemaligen Weinheimer Oberbürgermeisters Uwe Kleefoot durchführte, wurde Herbert Bangert, der sich in vielen Funktionen um den Ortsverein verdient gemacht hatte, mit der Willy-Brandt-Medaille ausgezeichnet.
Weitere Veranstaltungen
Weitere Veranstaltungen mit historischem Hintergrund war 2014 eine Informationsveranstaltung mit der Historikerin und ehemaligen Bundestagsabgeordneten Dr. Konstanze Wegner zum Thema „Überlegungen zu den Ursachen des Ersten Weltkriegs“, zu der man auch den Nachbarortverein aus Hemsbach eingeladen hatte. Man besuchte die KZ-Gedenkstätte in Mannheim-Sandhofen, die das Schicksal der Zwangsarbeiter darstellt und Ausstellungen beispielsweise zur Geschichte der Starkenburg, zum Krankenmord im Nationalsozialismus oder die großen Sonderausstellungen in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim. Weiter wurden Kloster Lorsch und das Freilichtmuseum „Lauresham“ besichtigt. Das 50-jährige Landesjubiläum 2002 wurde mit einem Kabarettabend mit Prof. Dr. Hans-Peter Schwöbel gefeiert, der das Zusammenwachsen der ehemals selbständigen Landesteile unter den Titel „Verheierde – in zankbarer Verbundenheit“ stellte. Im Coronajahr 2020 erinnerte man an das Ende des Weltkriegs vor 75 Jahren und die damit einhergehende Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald sowie den 30. Geburtstag der Deutschen Einheit mit einer Wochenendfahrt nach Weimar und Straußfurt, wo der Ortsverein nach der Wende Aufbauarbeit leistete. 2021 besuchte man den Jüdischen Friedhof in Hemsbach und im Jahr 2022 nahm man den 30. Todestag von Willy Brandt und den 100. Geburtstag von Egon Bahr zum Anlass, mit Professor Peter Brandt, Sohn des Altkanzlers, und Professorin Adelheid Bahr, Witwe Bahrs, an die Entspannungspolitik zu erinnern. Nach dem Tod von Michail Gorbatschow gedachte man in Wort und Bild dessen Lebensleistung. 2023, 90 Jahre nach der Machtergreifung der Nazis, besuchte man das NS-Dokumentationszentrum im Mannheimer „Marchivum“ mit der Dauerausstellung „Was hat das mit mir zu tun“. Zum 160-jährigen Parteijubiläum hatte man Professor Gert Weisskirchen und den Liedermacher Uli Valnion zu Gast und in einer weiteren Veranstaltung wurde die bewegte Parteigeschichte in einem Film dargestellt. Zum 175-jährigen Revolutionsjubiläum führte eine Exkursion zum Hambacher Schloss. Ein Jahr später durfte man zum 75. Geburtstag des Grundgesetzes erneut Professor Peter Brandt begrüßen, dessen beeindruckender Vortrag später in einer Schrift veröffentlicht wurde. Weiter erinnerte man mit dem Film „Sternstunde ihres Lebens“ an den Kampf der „Mütter des Grundgesetzes“, die Gleichheit der Geschlechter im Grundgesetz zu verankern. 2025 beleuchtete man das Kriegsende vor 80 Jahren und die 35. Wiederkehr der Deutschen Einheit mit dem Film „Bornholmer Straße“.
Veränderungen im Ortsverein / Arbeitsgemeinschaften
In den letzten 25 Jahren wurden auch einige Wechsel im Vorsitzendenamt vollzogen. Armin Kast, der den Ortsverein seit 1995 erfolgreich leitete, bat 2002 um Entlastung und bildete zwei Jahre gemeinsam mit Thomas Bangert und Edith Stockmann eine Troika. 2004 wurde Hans-Jürgen Moser zum Vorsitzenden gewählt, der nach elf Jahren 2015 das Amt aus gesundheitlichen Gründen abgeben musste, so dass sein Stellvertreter Armin Kast vorübergehend nochmals kommissarisch die Führungsrolle übernahm. 2016 wurde mit Bianca Rau erstmals eine Frau zur Vorsitzenden gewählt und ihr folgte 2018 mit Vanessa Bausch eine weitere Frau. Sie bildete 2022 mit Sven Olthoff erstmals eine Doppelspitze. 2024 löste Yvonne Weiß Vanessa Bausch in der Doppelspitze ab und nach dem Wegzug Olthoffs trat Ulrike Schweizer an seine Stelle.
Herausragende Bedeutung im Ortsvereinsgeschehen hatten und haben die Arbeitsgemeinschaften. In der seit 1975 aktiven Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen löste 2005 Ulrike Schweizer Helma Ermler als Sprecherin ab. Ermler hatte 1999 die Initiative für eine Kulturveranstaltung zum Internationalen Frauentag ergriffen und diese Veranstaltung ist bis heute nicht mehr aus dem Jahreskalender wegzudenken. Leider musste sie 2020 und 2021 coronabedingt ausfallen. Außerdem zeichnete die Arbeitsgemeinschaft für Heringsessen und Teilnahme am Weihnachtsmarkt verantwortlich und lud zu Informationsveranstaltungen zu frauenpolitischen Themen und beliebten Tagesfahrten ein. Als sich Ulrike Schweizer 2016 als Sprecherin zurückzog, konnte bedauerlicherweise keine Nachfolgerin gefunden werden, so dass sich die über Jahre so erfolgreiche Arbeitsgemeinschaft nach 41 Jahren auflöste. 2005 gründete sich eine Jusogruppe mit Sprecher Christoph Schulz insbesondere mit dem Ziel, Politikverdrossenheit und rechtsradikalem Gedankengut entgegenzuwirken und für Toleranz und soziale Gerechtigkeit einzutreten. Leider löste sich die Gruppe nach einigen Jahren, bedingt durch Berufs- und Studienorientierung der Aktiven, wieder auf.
Eine besondere Erfolgsstory ist die 2004 von Christel Masseck gegründete Arbeitsgemeinschaft 60plus, die von Beginn an monatlich mit Veranstaltungen zu den unterschiedlichsten Themen aufwartet und wenige Monate nach der Gründung mit einem Gastspiel der bundesweit bekannten Barden „Hein und Oss“ für einen ersten Glanzpunkt sorgte. Christel Masseck, seit 2005 auch Kreisvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft und zwei Jahre später auch Mitglied des Landesvorstandes, hat die örtliche Arbeitsgemeinschaft in den ersten Jahren sowohl politisch wie auch gesellschaftlich geprägt. Unzählige politische Themen wurden in den regelmäßigen Treffen mit Referenten oder auch in internen Runden diskutiert, es gab Sommerfeste und von Anbeginn an zum Jahresabschluss eine gemütliche Runde mit Feuerzangenbowle und Imbiss. Masseck, zuvor auch bereits AsF-Sprecherin, stellvertretende Vorsitzende und langjährige Gemeinderätin, war eine wichtige Stütze im Ortsverein. Sie wurde bereits im Gründungsjahr der AG 60plus 2004 mit der Willy-Brandt-Medaille ausgezeichnet. Als sie sich im Frühjahr 2013 gemeinsam mit ihrem ebenfalls im Ortsverein aktiven Ehemann Eckhard nach Würselen und damit in die Nähe ihrer Tochter verabschiedete, hielt Gerd Dember die 60plus-Fackel am brennen, ehe im April 2014 Herbert Bangert die Sprecherrolle übernahm und die erfolgreiche Arbeit fortsetzte. Er organisierte zahlreiche Exkursionen und Tagesfahrten und als die Reihe der erfolgreichen Ortsvereinsreisen 2014 pausierte, lud er im „Karlsjahr“ zu einer Wochenendreise nach Aachen und Würselen ein, auch um Christel und Eckart Masseck in ihrem neuen Lebensumfeld zu besuchen. 2019 wurde das 15-jährige und 2024 das 20-jährige Bestehen jeweils mit dem Bundesvorsitzenden Lothar Binding gefeiert.
Sicherlich eine „Alleinstellung“ in der Region hat der Ortsverein mit der Durchführung seiner Reisen, für die bis 2010 Herbert Bangert 25 Jahre verantwortlich zeichnete. Von 2011 bis 2016 lud Hans-Jürgen Moser zu den Reisen ein. Nachdem er den Ortsvereinsvorsitz aus gesundheitlichen Gründen abgegeben hatte, verzichtete er schweren Herzens auch auf die Fortführung dieser Tradition.
Mitbestimmend im Geschehen einer Partei sind selbstverständlich die Wahlkämpfe, in die man sich mit großem Engagement einbrachte. So unterstütze man die Kandidaturen zum Bundestag und Landtag und leistete einen Beitrag, dass man mit Dr. Konstanze Wegner und Lothar Binding bzw. Hans Georg Junginger, Gerhard Kleinböck und Sebastian Cuny in den Parlamenten vertreten war. Bei den Europawahlen galt die Unterstützung insbesondre dem Mannheimer Peter Simon, dem die Partei 2019 unverständlicherweise einen aussichtsreichen Listenplatz verwehrte. Im Gemeinderat war man seit 1999 in der Minderheit mit sieben bzw. acht von 18 Mandaten. 2019 gab es entscheidende neue Weichenstellungen in der Kommunalpolitik, als erstmals die Grünen antraten und auf Anhieb – wie auch die SPD – fünf Mandate errangen, so dass die konservative Mehrheit gebrochen war. Einen großartigen Erfolg verbuchte man bei der Bürgermeisterwahl im gleichen Jahr, als sich der von SPD und Grünen unterstütze, unabhängig kandidierende Benjamin Köpfle durchsetzte, der trotz schwieriger Startbedingungen mit Blick auf Haushalt und Corona-Pandemie in seiner ersten Amtszeit wichtige Akzente in der nachhaltigen Zukunftsgestaltung der Gemeinde setzte und mit Bürgerbeteiligung, Öffentlichkeitsarbeit und Transparenz einen neuen Stil pflegt und man freut sich, dass er sich im kommenden Jahr erneut zur Wahl stellen wird. 2024 gelang es bei den Gemeinderatswahlen, einen 6. Sitz hinzuzugewinnen und bei den Kreistagswahlen erreichte Bürgermeister Benjamin Köpfle ein überragendes Ergebnis. Im vergangenen Jahr wurde Bernd Hauptfleisch, langjähriger Gemeinderat und im Ortsverein vielfältig aktiv, mit der Willy-Brandt-Medaille ausgezeichnet. Im diesjährigen Jubiläumsjahr musste leider wegen der Sanierung des Umkleidegebäudes auf dem Sportplatz auf das beliebte Grillfest verzichtet werden. Man gedachte auf dem Friedhof der Verstorbenen in der 125-jährigen Ortsvereinsgeschichte und vor wenigen Tagen musste man Abschied nehmen von Gerd Dember, der die SPD am Ort seit den 60er Jahren in besonderer Weise geprägt hatte und dem bereits 1997 als erstem Genossen am Ort die Willy-Brandt-Medaille verliehen wurde.
Wer die Partei in den ersten 13 Jahren ihres Bestehens geführt hat, ist leider nicht bekannt.
Nach der Wiedergründung wurde die Partei geführt

Trotz Krisen die Zuversicht nicht verlieren